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Der Film Gespenster führt uns in soziale Parallelwelten. Nicht leicht begreifbares unendlich fern und doch in unserem direkten Umfeld. Realitätsflucht und Scheinsein ist nicht die Ausnahme es ist die Regel mit vielen gesichtern. Der Filmtipp. --> Hier klicken <--

Gespenster Geschichten

Den Gespenstern zu entfliehen ist-eine- Idee- des-Wahnsinns-, ^ sich ihnen zuzuwenden ist die Idee der Freiheit,>und so war es auch damals für mich eine große Versuchung ^ den Gespenstern zu folgen,>als ich sie eines Abends überraschte. 

Es schien sich bei ihrem Zusammenkommen um eine Art .-. geselliges Zusammensein zu handeln ^ und bei dem Ort ihres Verweilens wähnten sie sich wohl in Sicherheit vor den Menschen. Und auch ich wäre wohl nie an diesen Ort gelangt, wenn mein Weg in dieser Nacht nicht ohne Absicht  gewesen wäre. Einer Absichtslosigkeit, die dem Schritt des gewöhnlichen Menschen im Grunde unbekannt ist, den- ich -allerdings -aufgrund -einer-mir-eigenen-Verrückheit-immer wieder- zu- negieren- suchte.
Der Gedanke, die Gespenster erschreckt zu haben und ihre aus der Überraschung resultierende Befangenheit verunsicherte letztlich auch mich, und so standen wir uns mit schreckensbleichen Gesichtern gegenüber, ohne daß auch nur eine Seite sich traute, etwas zu sagen.

Wie-ich-bereits-erwaehnt-hatte-, war mein Wesen dem Ungewöhnlichen geweiht und ob der skurrilen Situation lächelte ich bescheiden ^ und es war mir einen Augenblick so, als lächelten die Gespenster zurück, so daß ich mich ihnen mit sanftem Schritt zu nähern wagte. Und so wichen alsdann auch sie mir entgegen, als daß sie mich letztlich umgaben. Wahrlich>eine>verrückte>Situation, aber ich hatte, so <glaube < ich <bereits erwähnt zu haben, schon gesagt wie sehr mir daran liegt, gerade das Unfaßbare zu fassen und dem war ich, so fühlte ich jetzt, nunmehr ein gutes Stück näher gekommen.
Was soll ich sagen, mir war wohl  in ihrer Mitte und hätte ich ein weißes Bettlaken gehabt, ich hätte es wohl übergestriffen, um zu zeigen, wie sehr ich es mir in diesem Augenblick wünschte, ein Teil von ihnen zu sein. Die Geschichten, die wir uns dann erzählten füllten nicht nur den Abend, sondern einander unsere Herzen. 

Unserer aller reale oder imaginäre Bettlaken, so genau nahm es keiner mehr, die uns _alle_  jedenfalls umgaben, soviel war uns nun klar, lagen bei weitem nicht mehr so akkurat auf den Schultern als wir dann spät nach Mitternacht Brüderschaft tranken.
Und dann? ... die wei(s)ßen Gesellen machten mir ein wahrlich gespenstiges Angebot ... ... ...

 

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Vampire!
GGeessppeennsstteerr..ddee
                       Die gespenstische Gemeinschaft
 

Die Gespenster
                                            DER ALTE 

O Jüngling! sei so ruchlos nicht,
Und leugne die Gespenster.
Ich selbst sah eins beim Mondenlicht
Aus meinem Kammerfenster,
Das saß auf einem Leichenstein:
Drum müssen wohl Gespenster sein. 
                                          DER JüNGLING 
Ich wende nichts dawider ein;
Es müssen wohl Gespenster sein. 
                                            DER ALTE 
Als meiner Schwester Sohn verschied,
(Das sind nunmehr zehn Jahre!)
Sah seine Magd, die trefflich sieht,
Des Abends eine Bahre,
Und oben drauf ein Totenbein:
Drum müssen wohl Gespenster sein. 
                                          DER JüNGLING 
Ich wende nichts dawider ein;
Es müssen wohl Gespenster sein. 
                                            DER ALTE 
Und als mein Freund im Treffen blieb,
Das Frankreich jüngst verloren,
Hört seine Frau, wie sie mir schrieb,
Mit ihren eignen Ohren
Zu Mitternacht drei Eulen schrein:
Drum müssen wohl Gespenster sein. 
                                          DER JüNGLING 
Ich wende nichts dawider ein;
Es müssen wohl Gespenster sein. 
                                            DER ALTE 
In meinem Keller selbst gehts um.
Ich hör oft ein Gesause;
Doch werden die Gespenster stumm,
Ist nur mein Sohn zu Hause.
Denk nur, sie saufen meinen Wein:
Das müssen wohl Gespenster sein. 
                                          DER JüNGLING 
Ich wende nichts dawider ein;
Doch wünscht ich eins davon zu sein. 
                                            DER ALTE 
Auch weiß ich nicht, was manche Nacht
In meiner Tochter Kammer
Sein Wesen hat, bald seufzt, bald lacht;
Oft bringt mirs Angst und Jammer.
Ich weiß das Mädchen schläft allein;
Drum müssen es Gespenster sein. 
                                          DER JüNGLING 
Ich wende nichts dawider ein;
Doch wünscht ich ihr Gespenst zu sein.

Lessing
Ganze Arbeit

Pünktlich wie immer erwachte das kleine Gespenst mit dem zwölften Glockenschlag. Es wußte nichts von dem großen historischen Festspiel, das vor dem Rathaus im Gange war. Aber es hörte die Torstenson'schen Geschütze donnern - und als es erschrocken zum Dachbodenfenster hinausblickte, sah es den Rathausplatz von Soldaten wimmeln. "Was denn, was denn!" rief es erstaunt. "Sind das wieder einmal die Schweden? Was zum Teufel wollen denn die hier?" Das kleine Gespenst war sehr ungehalten, es wünschte die schwedischen Truppen samt ihren Kanonen ins Pfefferland. Und auf einmal entdeckte es mitten im Pulverdampf einen Apfelschimmel, der einen Reiter mit grünem Mantel trug. Alle Wetter - war das nicht Torstenson? Der Generalshut, der Spitzenkragen, das feiste Gesicht mit dem roten Knebelbart ... Kein Zweifel, er war es! "Die Sache wird immer schöner!" schimpfte das kleine Gespenst. "Er ist also wiedergekommen! Er wagt es, sich hier zu zeigen! Was denkt er sich eigentlich? Glaubt er vielleicht, ich ließe mir das gefallen, bloß weil er ein General ist? Aber da irrt er sich ganz gewaltig, dieser ... dieser Kanonenprotz!" Nun ging alles sehr schnell.

Das kleine Gespenst stürzte sich Hals über Kopf aus dem Dachfenster auf den Rathausplatz und landete haargenau dort, wo es landen wollte: drei Schritte vor Torstensons Apfelschimmel. "He, Torstenson!" schrie es. "Mir scheint, du bist wahnsinnig! Hast du vergessen, was du mir hoch und heilig versprochen hast - damals in jener Nacht, als du händeringend vor mir auf den Knien lagst und um Gnade flehtest? Mach, daß du hier verschwindest!" Torstenson (oder vielmehr der Direktor Kumpffmüller von der Aktienbrauerei) war zu Tode erschrocken. Fassungslos blickte er auf die schwarze Gestalt mit den weißen Augen herab. Er konnte sich nicht erklären, woher sie gekommen war. Und was wollte sie bloß von ihm? "Also? Verschwindest du freiwillig, oder muß ich nachhelfen?" Ehe Direktor Kumpffmüller etwas erwidern konnte, brach das kleine Gespenst in ein schauerliches Geheul aus. "Hu-huiiiii!" rief es laut und gellend. "Hu-huiiiiii!" Da scheute der Apfelschimmel des Herrn Direktors und bäumte sich auf. Dann machte er auf der Hinterhand kehrt und preschte in weiten Sprüngen davon. Herr Kumpffmüller ließ den Feldherrnstab und die Zügel fahren. Es fehlte nicht viel, und er wäre im hohen Bogen vom Pferd gefallen. Er krallte sich in der Mähne des Tieres fest. Nur mit äußerster Mühe gelang es ihm, sich im Sattel zu halten. "Hu-huiiiiii!" schrie das kleine Gespenst, immer wieder: "Hu-huiiiiiiiii!" Kein Wunder, daß auch die übrigen Pferde scheu wurden. Die Rösser der schwedischen Reiterei gingen durch, die Biergäule mit den Kanonen ebenfalls. Sie jagten in wilder Flucht dem Apfelschimmel des Generals nach -- quer über den Rathausplatz nach dem Grünen Markt und mit Holterdiepolter zum Städtchen hinaus. Auch das schwedische Fußvolk geriet in Verwirrung. Soldaten und Offiziere ließen die Waffen fallen und wichen entsetzt zurück vor der zornigen schwarzen Gestalt mit den weißen Augen. Und die Zuschauer erst! Frauen begannen zu kreischen, Kinder weinten. Ein Riesengeschrei erhob sich: "Weg hier! Bloß weg hier!" Das Gedränge war fürchterlich. Man flüchtete in die Häuser, man zwängte sich in die Nebenstraßen, alles war kopflos vor Angst. Dabei dachte das kleine Gespenst überhaupt nicht daran, den Zuschauern auch nur ein Haar zu krümmen: Ihm ging es bloß um die Schweden. "Hu-huiiiiii, ihr vermaledeiten Halunken! Schert euch zum Satan mitsamt euren Säbeln und Spießen und Schießgewehren! Hu-huiiiiiiiii!" Es leistete ganze Arbeit, das kleine Gespenst. Heulend und fauchend stob es von einer Ecke des Rathausplatzes zur anderen. Wehe dem armen Schweden, der sich nicht schnell genug aus dem Staub machte! Gleich packte es ihn beim Kragen und beutelte ihn, daß ihm alle Knochen knackten. Es gönnte sich keine Ruhe, bis nicht das ganze schwedische Heer über alle Berge war, einschließlich Fahnenschwinger und Feldmusik. "Viktoria!" krähte es dann, "Viktoria! Torstenson ist geschlagen, die Schweden sind ausgerissen, Eulenberg ist gerettet! Viktoria!" Bis zum Ende der Mittagsstunde blieb ihm noch etwas Zeit. Aber bei aller Siegesfreude fühlte es sich zum Umfallen müde. Es ist eben keine Kleinigkeit, ganz allein einen so berühmten Feldherrn mit seiner Armee in die Flucht zu schlagen. "Ich muß sagen, für heute reicht es mir!" dachte das kleine Gespenst und beschloß, sich aufs Ohr zu legen, obwohl es noch gar nicht eins war. Da es sich zufällig in der Nähe der Ratsapotheke befand, und da ebenso zufällig eines der Kellerfenster offen stand, schlüpfte es kurzerhand dort hinein. Es verkroch sich im untersten Schubfach einer ausgedienten Kommode. Dort gedachte es stolz seines Sieges, murmelte halblaut "Viktoria!" und schlief ein.

aus: Das kleine Gespenst von Otfried Preußler

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